Montag, 17. Oktober 2011

Der laengste Tag

Fliegt man eine grosse Strecke nach Westen, dann bekommt man das alleseits bekannte Zeitproblem. Man fliegt der Sonne hinterher und der Tag wird waehrend des Fluges viel laenger. In meinem Fall war der gestrige Tag etwa 30 Stunden lang. Das waere ganz okay, wenn ich einen grossteil der Zeit nicht eingeklemmt in einem Flugzeug verbracht haette. Die sehr nahe Lehne meines Vordermannes war meinen langen Beinen staendig im Weg. Langstraeckenfluege sind echt die Hoelle! Das Gute daran war, dass ich genau zur Schlafenszeit in Mexiko ankam, da ich dann, so hoffte ich, mit dem Jet-Lag besser klarkommen wuerde.

Vor dem, was nach der Landung kommen sollte, hatte ich ehrlich gesagt, ziemlichen Schiss: das Taxi zum Hotel! Was hatte ich nicht alles ueber Ueberfaelle auf Taxis in der mexikanischen Dunkelheit gelesen. Ich kam an, es war dunkel - was tun? Ich malte mir die finstersten Horrorszenarien aus. Grinsende Taxifahrer im Danny-Trejo-Look mit riesigen Messern an meiner Kehle, die all mein Geld verlangen und, viel schlimmer, mir auch noch den Fotoapparat klauen wollen. Panik! Aber es kam anders.

Das Taxiproblem ist in Mexiko-Stadt sehr clever geloest. Bereits im Flughafen kauft man ein Taxi-Ticket zu einem Festpreis. Das wird dann vor dem Flughafen vom Fahrer der entsprechenden Taxigesellschaft klaglos akzeptiert ... selbst bei mir. Die Fahrt durch das naechliche Mexiko-Stadt war dann auch anders als vorgestellt. Der Taxifahrer hielt selbst an roten Ampeln, was man laut Reisefuehrer auf keinen Fall tun sollte (denn dort warten Horden bewaffneter Danny Trejos mit grossen Messern auf die Touristen). War nicht. Mexiko-Stadt entpuppte sich als Grossstadt wie jede andere. Ohne die spanischen Reklametafeln und einer Armada bewaffneter Polizisten haette es auch Frankfurt am Main sein koennen. Gegen 23 Uhr war ich dann im Hotel.

Wie schon erwaehnt, es ist das billigste Hotel, das der Lonely Planet anpreist. Umgerechnet 18 Euro bezahle ich pro Nacht. Dafuer bekomme ich ein geraeumiges, sauberes Zimmer mit Bad. Was will ich mehr!? Ich schlief wie ein Stein.

Heute sah ich mir ein wenig das Stadtzentrum an und doelmerte rum. Erst mal mit der Zeitumstellung und dem anderen Klima klar kommen. Jetzt werde ich mal sehen, wo ich ein Bustickt nach Oaxaca herbekomme, denn da will ich morgen hinfahren. Die Sehenswuerdigkeiten der Hauptstadt hebe ich mir fuer das Ende der Reise auf.

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