Einst, vor ueber tausend Jahren, beherrschten die Zapoteken die Berge und die Taeler rund um Oaxaca. Heute leben sie immer noch hier, aber sie herrschen nicht mehr. Heute beherrschen Autos das ganze Land. Sie verstopfen die Strassen. Ueberall Busse, Lkw, Taxis, VW Kaefer und (ich wollte meinen Augen nicht trauen) Tuk-Tuks, die hier Moto-Taxis genannt werden. Doch an einem Ort, hoch oben ueber der Stadt, da herrschen immer noch die Geister der Ahnen der Zapoteken: auf dem Monte Albán.
Der Berg heisst eigentlich gar nicht Monte Albán. Niemand weiss genau wie er richtig heisst. Als die Spanier vor 500 Jahren hier ankamen, waren die Ruinen der Zapotekenhauptstadt laengst von Baeumen und Strauchwerk ueberwuchert. Und da sehr viele Baeume weisse Blueten trugen, nannten sie den Berg Monte Albán, was soviel wie "Weisser Berg" bedeutet. Erst vor 80 Jahren kam ein nickelbebrillter Professor aus Mexiko Stadt und grub die Ruinen auf dem Berg aus. Und jetzt, 80 Jahre spaeter, kommt ein Ray-Ban-bebrillter Typ aus Deutschland und sieht sie sich an. Ich kam nicht allein. Busladungen kamen mit mir. Aber das war nicht weiter schlimm, denn auf dem grossen Areal haben sehr viele Leute Platz. Schliesslich haben vor 1000 Jahren hier 25 000 Menschen gewohnt. Fuer damalige Verhaeltnisse eine Grossstadt. Grosse, mittelgrosse und etwas kleinere abgeflachte Stufenpyramiden praegen das Bild. Ein Ballspielplatz ist zu sehen. All das waere schon Grund genug, hier herzukommen. Dazu kommt aber noch der fantastische Ausblick ueber die Taeler und auf die Berge. Grandios - das Wort ist abgedroschen, stimmt hier aber.
Ich werde in der naechsten Zeit noch mehr Tempelanlagen sehen - und ich hoffe, dass ich mich nie an diesen Anblick gewoehnen werden.
Morgen geht es aber, wenn alles klappt, erst mal ans Meer. Der Pazifik ruft mich nach Puerto Escondido.
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